Was sagt die Bibel über das Tragen von Schmuck und Schminke?

Das Thema Schmuck und Schminke ist unter verschiedenen christlichen Gruppen ein Gesprächs- und bisweilen auch Streitpunkt. Die Bibel bietet Einsichten und Perspektiven, die Gläubige dabei leiten, zu verstehen, wie diese Aspekte mit ihrem Glauben und ihrem Alltag zusammenhängen.


1. Die Bedeutung von Schmuck in der Bibel: 1. Petrus 3,1–3

„Ebenso ordnet euch, ihr Frauen, euren Männern unter, damit auch die, die dem Wort nicht gehorchen, durch das Verhalten ihrer Frauen ohne Worte gewonnen werden, wenn sie euren keuschen, gottesfürchtigen Wandel beobachten. Euer Schmuck soll nicht äußerlich sein – Haarflechten, Goldanlegen oder Anziehen von Kleidern –…“

  • Schmuck symbolisierte in biblischen Zeiten häufig Reichtum, Stand und mitunter auch Götzendienst.
  • Die Bibel verurteilt das Tragen von Schmuck nicht grundsätzlich, betont jedoch, dass innere Schönheit und ein gottgefälliger Charakter im Vordergrund stehen sollen.

2. Die Bedeutung von Schminke: 2. Könige 9,30

„Als Jehu nach Jesreel kam, hörte es Isebel; sie schminkte ihre Augen, schmückte ihr Haupt und schaute zum Fenster heraus.“

  • Schminke wurde in biblischen Zeiten verwendet – manchmal zur Verschönerung, manchmal mit negativen Konnotationen, wie im Fall Isebels.
  • Die Bibel verbietet den Gebrauch von Schminke nicht ausdrücklich, unterstreicht jedoch die Wichtigkeit, sich auf innere Tugenden zu konzentrieren.

3. Schmuck und Schminke in Bezug auf Frauen: 1. Timotheus 2,9–10

„Ebenso sollen die Frauen in schicklicher Kleidung, mit Schamhaftigkeit und Sittsamkeit sich schmücken, nicht mit Haarflechten und Gold oder Perlen oder kostbaren Kleidern, sondern – wie es Frauen geziemt, die Gottseligkeit bekennen – mit guten Werken.“

  • Die Bibel rät Frauen, Bescheidenheit und gute Werke über äußeren Schmuck zu stellen.
  • Der Schwerpunkt liegt darauf, sicherzustellen, dass äußerer Schmuck nicht die Bedeutung eines gottgefälligen Charakters und gottgefälliger Taten in den Schatten stellt oder verdrängt.

4. Schmuck und Schminke in Bezug auf Männer

  • Die Bibel thematisiert den Schmuckgebrauch von Männern seltener.
  • Dennoch trugen Männer in biblischen Zeiten Schmuck, wie Ringe und Halsketten, oft als Symbole von Autorität und Reichtum.
  • Die Schrift gibt keine spezifischen Richtlinien zu Männern und Schminke, hält jedoch konsequent daran fest, innere Tugenden über äußeres Erscheinungsbild zu stellen.

5. Der Kern der Sache: Innerer versus äußerer Schmuck: 1. Petrus 3,4

„…sondern der verborgene Mensch des Herzens im unvergänglichen Schmuck eines sanften und stillen Geistes, der vor Gott sehr kostbar ist.“

  • Männer wie Frauen werden ermutigt, eine Schönheit zu suchen, die von innen kommt und ein Herz widerspiegelt, das im Einklang mit Gottes Willen und Wesen ist.
  • Äußerer Schmuck wird nicht verurteilt, sollte aber nicht den Mittelpunkt der eigenen Identität oder des eigenen Wertes bilden.

6. Praktische Anwendung: Das Gleichgewicht zwischen äußerem und innerem Schmuck

  • Gläubige können Schmuck und Schminke als Formen künstlerischen Ausdrucks, als Feier der Schönheit oder als kulturelle Praxis genießen.
  • Entscheidend ist eine ausgewogene Sichtweise: Diese äußeren Aspekte sollten weder zu Götzen werden noch den Wert eines gottgefälligen Charakters mindern.

Die Bibel bietet eine ausgewogene Perspektive auf das Tragen von Schmuck und Schminke und betont die überragende Bedeutung der Pflege innerer Schönheit und gottgefälliger Tugenden. Obwohl sie diese Arten von Schmuck nicht streng verbietet, ermutigt die Schrift die Gläubigen beständig, sicherzustellen, dass ihre Identität und ihr Wert tief in ihrer Beziehung zu Gott und in der Entwicklung eines christusähnlichen Charakters verwurzelt sind. Während wir unsere Ausdrucksweisen äußerer Schönheit erkunden, möge uns stets die zeitlose Wahrheit leiten, dass unser wahres Wert in unserem Schöpfer liegt und unser schönster Schmuck die Früchte des Geistes sind, die wir zeigen.